Ein Pfarrerteam soll die Stadtkirche leiten

Die Jesuitenkirche. Bald Zentralkirche für ganz Heidelberg?

Die Sommerferien fallen in diesem Jahr für das katholische Dekanat Heidelberg-Weinheim weitgehend flach. Zwar urlaubt Dekan Joachim Dauer noch am Lago Maggiore, doch im Dekanatsbüro in Weinheim bastelt man schon auf Hochtouren an der Konzeption für die geplante Stadtkirche Heidelberg-Eppelheim.

Am 24. September 2012 soll ein „Konturenpapier“ vorliegen, über das Haupt- und Ehrenamtliche beraten. Kurz vor den Sommerferien kamen die Priester, die hauptamtlichen Laien und die Ehrenamtlichen noch einmal zu Sitzungen zusammen, um nach Lösungen für die noch  offenen Fragen zu suchen. Zumindest bei den Priestern werden die Konturen klarer sichtbar.

Der Dekan ist strikt dagegen, dass er die Stadtkirche Heidelberg leitet

Dekan Dauer kandidiert wahrscheinlich wieder

Fünf Priester werden ab 2015 in Heidelberg tätig sein, sagt die Personalplanung des Erzbischöflichen Ordinariats in Freiburg. Das sind zwei weniger als heute. Hinzu kommen zwei Klinikpfarrer und der Hochschulpfarrer. Einer der fünf Gemeindepriester ist der Dekan von Heidelberg-Weinheim und damit formal der Dienstvorgesetzte aller Priester im Dekanat. Der Dekan wird jeweils für sechs Jahre gewählt. Die  Amtszeit von Joachim Dauer endet im Frühjahr 2014, doch der Leiter der Seelsorgeeinheit Heidelberg-Neckartal wird wahrscheinlich für eine zweite Amtszeit kandidieren.

Dauer ist strikt dagegen, dass der Dekan auch die geplante Stadtkirche Heidelberg-Eppelheim leitet. Für diesen Posten ist derzeit Pfarrer Johannes Brandt, der Leiter der Seelsorgeeinheit Christophorus (Eppelheim, Heidelberg-Wieblingen, Pfaffengrund) im Gespräch.

Jeder Priester soll auch künftig eine „Stammkirche“ haben, wo er regelmäßig Eucharistie feiert

PfarrerBrandt ist als Leiter der Stadtkirche im Gespräch

Die Priester der Stadtkirche Heidelberg-Eppelheim sollen als Pfarrerteam „in solidum“  für die rund 40000 Katholiken sorgen. Der „Leiter“ der Stadtkirche ist nicht der Chef der anderen, sondern ein Moderator, der sowohl bei Streitfällen im Team schlichtet wie auch als Sprecher des Teams fungiert. Das Modell der Leitung  „in solidum“ ist nicht neu, aber es  wird selten gewählt. Vor allem, weil es sehr zeitaufwändig ist. Bislang lebten Pfarrer, die eine Seelsorgeeinheit in solidum leiteten, immer in einem Pfarrhaus zusammen. Ein Pfarrerteam über die Stadt verstreut wäre ein Novum im Erzbistum Freiburg.

Jeder Priester in Heidelberg und Eppelheim soll künftig seine „Stammkirche“ haben, in der er regelmäßig Eucharistie feiert. Die Gemeindeteams vor Ort werden die Priester nicht leiten. Das übernehmen die hauptamtlichen Laien. Der Leiter jedes Gemeindeteams wird gewählt. Die Priester können jedoch jederzeit als Berater hinzugezogen werden. Bei all diesen Überlegungen handelt es sich wohlgemerkt nur um Ideen, die noch mehreren Gremien zur Diskussion vorgelegt werden.  Ob die Stadtkirche Heidelberg-Eppelheim tatsächlich kommt und wie sie aussieht, darüber entscheidet Erzbischof Robert Zollitsch am Ende dieses Jahres.

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