Wie „Il Gesu“ von Rom an den Neckar kam

Sie ist eine echte Schönheit: Schlank, licht, elegant und mit enormer Ausstrahlung dominiert die Heidelberger Jesuitenkirche ihr Altstadtquartier. Und doch hat die größte katholische Kirche Heidelbergs schon viel mitgemacht. Eine Generation lang vegetierte sie als Torso mit halbfertigen Pilaster-Stümpfen dahin. Sie wurde als Lazarett missbraucht und musste mehr als hundert Jahre auf ihren Turm warten.

Heilige Baustellen

Der Plan war eigentlich recht simpel: Die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder schrumpft, die Kirchensteuer geht zurück, also muss jeder Kirchenbezirk 30 Prozent seiner Gebäude loswerden. Das beschloss die Badische Landessynode 2014. Weil die Kirchen tabu sind und die Pfarrhäuser bewohnt, richtete sich das Augenmerk rasch auf die Gemeindehäuser. Doch einfach ersatzlos aufgeben wollte man auch sie […]

Zwei Teenager im Stall

Da sitzen sie nun, die beiden Teenager, zusammengekauert in einem Holzverschlag mit drei Decken um den Schultern. Es zieht. Maria hält das göttliche Bündelchen, Josef versucht Ordnung zu schaffen. Vor allem in seinem Inneren. Von Frauen aus Bethlehem, die Maria bei der Entbindung beigestanden haben, erzählt die Bibel nichts. Also muss Josef dem Kind auf […]

Verschmelzende Stimmen

Am Anfang ist er noch zusammengezuckt und hat entschuldigend hinübergegrinst zur Kanzel. Doch dann gewöhnte sich Michael Braatz-Tempel daran, dass der Sonntagsgottesdienst in Heidelberg-Handschuhsheim alle zehn Minuten von begeistertem Applaus unterbrochen wird. Der liturgisch-unpassende Jubel gilt den fünf Kinderchören, die der evangelische Bezirkskantor an der Friedenskirche aufgebaut hat.

Das Geheimnis der Geduld

Im Büro des Heidelberger Diakoniepfarrers Florian Barth hängt ein schmales, mannshohes Brett aus Holz. Darauf hauchzarte Worte aus Briefen von Rilke. „Über die Geduld:/ Man muss den Dingen/ die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen,/ die tief von innen kommt/ und durch nichts gedrängt/ oder beschleunigt werden kann…“