Best of Pressearbeit - Beispiel Hermann Simon
Redakteur überzeugen Januar 25th. 2008, 9:28pm
Hermann Simon zählt zu den Spitzenberatern, die man sofort mit einem bestimmten Begriff in Verbindung bringt. Sein Thema sind die “Hidden Champions”. Auch heute wieder ist es ihm gelungen, dieses Thema unters Volk zu bringen. Das Geniale dabei: Das aktuelle Top-Thema, nämlich die weltweite Börsenkrise und drohende Rezession in den USA, ist sein Aufhänger. Mit einer Presseinformation an alle Wirtschaftsredaktionen steuert er aus seinem Spezialgebiet einen neuen, höchst interessanten Aspekt zum aktuellen Geschehen bei - und wird damit garantiert auf das Interesse vieler Redaktionen stoßen.
Das Beispiel zeigt ein interessantes Prinzip, wie Sie als Berater in die Medien gelangen können. Verfolgen Sie die Medien. Manchmal gerät ein Thema, das in Ihr Gebiet fällt, ganz unverhofft in die Schlagzeilen. Nutzen Sie dann die Gunst der Stunde, melden Sie sich bei einer Zeitschrift, bieten Sie Ihre Lösung an.
Zur Illustration hier im Wortlaut die Presseinformation, die ich heute morgen per E-Mail erhielt. Der gesamte Text war in die E-Mail eingebunden (also ohne Anhang, der sich von einer Redaktion möglicherweise nicht öffnen lässt). Wichtig auch: Am Ende der Mail erhält der Redakteur den Hinweis, dass Prof. Simon persönlich erreichbar und gerne zu einem Interview bereit ist. Eine nicht nur inhaltlich interessante, sondern auch formal professionelle Presseinformation!
Datum: 25. Januar 2008 10:29:29 MEZ
Betreff: Besser gewappnet gegen Börsenkrise - Kommentar Prof. Dr. Hermann SimonKOMMENTAR VON PROF. DR. HERMANN SIMON
Besser gewappnet gegen die Krise als wir glauben - Kennen die Deutschen ihre Wirtschaft nicht?Sehr geehrter Herr Deutsch,
die aktuelle Börsenkrise schlägt auf die ohnehin labile Stimmung. Selbst in guten Jahren hat die öffentliche Meinung nicht das Niveau erreicht, das der tatsächlichen Stärke der deutschen Wirtschaft entsprach. Hingegen sind die Deutschen in der Übertreibung nach unten zum einen schnell und zum anderen besonders gründlich. Die mehrfachen Börsenschocks der letzten Tage waren nirgendwo ausgeprägter als in Deutschland. Die amerikanische Wall Street blieb demgegenüber erstaunlich gelassen.
In Wirklichkeit ist die deutsche Wirtschaft krisenfester als fast alle glauben. Fakt ist, dass die Deutschen ihre eigene Wirtschaft nicht kennen. Das gilt für Politiker, Journalisten und erst recht für Otto Normalverbraucher. Seit Jahren liest man, dass die großen Unternehmen Mitarbeiter entlassen, Arbeitsplätze abbauen und Betriebe verlagern. Auch die Krisen weniger Banken wie WestLB, SachsenLB oder IKB haben einen überproportionalen Einfluss auf die Stimmung. Doch das ist nicht der Kern der deutschen Wirtschaft.
In Wirklichkeit ist dieser Kern ein ganz anderer! Wie kann es denn angesichts allseits wahrgenommenen Misere sein, dass wir seit Jahren Exportweltmeister sind? Wie kann es denn sein, dass die deutsche Wirtschaft in anderen Ländern bewundert wird? Wie kann es sein, dass Franzosen, Italiener, ja selbst Amerikaner und Japaner ihre deutschen Konkurrenten fürchten – was auch kaum bekannt ist? Wie passt das alles zusammen? Da stimmt doch etwas nicht.
Die Speerspitze der deutschen Wirtschaft entgeht dem Radarschirm der meisten Menschen in unserem Lande. Dabei verfügt kein Land der Welt über bessere Unternehmen. Kein Land der Welt hat annähernd so viele Weltmarktführer. Vermutlich ist auch kein Land der Welt auf einer breiten Front so innovativ. In Deutschland gibt es mehr als 1.200 mittelständische Weltmarktführer, die “Hidden Champions”. Ihre Verborgenheit steht im krassen Gegensatz zu ihren herausragenden Erfolgen in der Ära der Globalisierung und ihrer Krisenfestigkeit.
Hier sind die unglaublichen Fakten:
- Diese Unternehmen haben in den letzten zehn Jahren über eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 350.000 in Deutschland.
Sie wachsen jedes Jahr mit „chinesischen Raten“ von knapp zehn Prozent und haben ihren Umsatz in den letzten Jahren um das Zweieinhalbfache gesteigert. So sind über einhundert neue Milliardenunternehmen entstanden.
- Die Marktanteile sind in der Welt und in Europa durchgängig gestiegen. Besonders beeindruckend ist der Anstieg des relativen Marktanteils von 1,56 in 1995 auf 2,34 in 2004 (relativer Marktanteil = eigener Marktanteil/Marktanteil des stärksten Konkurrenten, also das schärfste Maß der Wettbewerbsstärke).
- Die Hidden Champions befinden sich in einer Phase massiver Innovation. Die Innovationseffizienz gemessen in Kosten pro Patent ist dabei fünfmal besser als in Großunternehmen (2,7 Mio. € Kosten pro Patent in Großunternehmen, 500.000 € bei den Hidden Champions). Sie haben sechsmal so viele Patente pro Mitarbeiter wie die Großen.
- Eine klare Mehrheit der Hidden Champions-Unternehmer sagt, dass sie von Krisen profitieren, da schwächere Wettbewerber in die Knie gehen. Marktanteile werden nicht in guten Zeiten, sondern in Krisen neu verteilt. Die Krise ist die Stunde der deutschen Hidden Champions.Natürlich sind in Krisensituationen Finanzkraft, weltweite Präsenz und Wettbewerbsüberlegenheit entscheidend. Bei all diesen Risikopuffern können die deutschen Hidden Champions glänzen. Die Krise wird dadurch abgemildert, dass sich die Hidden Champions von transatlantischen zu eurasischen Unternehmen wandeln. Vor zehn Jahren kamen 76,8 Prozent ihrer Umsätze aus Transatlantica, sprich Westeuropa und Nordamerika. Heute kommen bereits 75,6 Prozent aus Eurasia, das heißt Europa (West und Ost) und Asien. Die Umsatzanteile von Asien und Osteuropa sind seither um 67,3 bzw. 125 Prozent gewachsen. Diese Regionen sind aber von der aktuellen Krise weit weniger betroffen als Nordamerika. Wie mir noch in dieser Woche hochrangige chinesische Gesprächspartner versicherten, gehen sie nicht davon aus, dass Chinas Wachstum massiv zurückgehen wird.
Ein enormes positives Stimmungspotenzial ließe sich mobilisieren, wenn mehr Menschen in unserem Lande die Hidden Champions, die wirkliche Speerspitze unserer Wirtschaft, kennen würden. Dann brauchen wir weniger Angst vor der Krise und dem internationalen Wettbewerb zu haben. Weniger Angst bedeutet mehr Optimismus und der ist bekanntlich die Grundlage für eine gute Zukunft.
Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Professor Simon ist gerne zu einem Interview bereit.
Beste Grüße
Dr. Katja Erler-Niemeyer
Head of Public RelationsSIMON - KUCHER & PARTNERS
Strategy & Marketing Consultants
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E-Mail: Katja.Erler-Niemeyer@simon-kucher.com
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Sitz der Gesellschaft: Bonn
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Geschäftsführer: Prof. Dr. Hermann Simon, Dr. Eckhard Kucher, Dr. Georg Tacke, Dr. Klaus Hilleke
Frank Bilstein (stv.), Jörg Krütten (stv.)Prof. Dr. Hermann Simon ist Gründer und Vorsitzender der weltweit tätigen Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners und Autor des Buches „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts. Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer“ (Campus, September 2007). Nach einer laufenden Befragung der Internetseite managementdenker.de ist Simon hinter dem verstorbenen Peter Drucker führender Managementdenker im deutschsprachigen Raum.
Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants:
Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf „Smart Profit Growth“ ausgerichtet. Das manager magazin stuft Simon-Kucher einer Umfrage unter deutschen Top-Managern zufolge als besten Marketing- und Vertriebsberater (08/2007) ein. Die Unternehmensberatung ist mit derzeit über 400 Mitarbeitern in 15 Büros weltweit vertreten (Bonn, Boston, Frankfurt, Köln, London, Madrid, Mailand, München, New York, Paris, San Francisco, Tokio, Warschau, Wien und Zürich).
Fazit: Nutzen Sie die Momente, in denen Ihr Thema hochkommt und bieten Sie einer Redaktion Ihr Wissen als Spezialist an. Reagieren Sie dann schnell. Die Lösung haben Sie ja längst parat, vermutlich ist sie ja Ihr täglich Brot. Sie müssen Ihr Know-how nur auf die konkrete Situation anwenden. Mit Ihrem Konzept, das gestern noch kaum einen Redakteur interessiert hätte, treffen Sie nun auf offene Ohren. Wenn die Aktualität es verlangt, ist jede Redaktion für gute Experten dankbar.