Noch eine Orgel für die Jesuitenkirche

Das größte Instrument der Region: Die Kuhn-Orgel in der Heidelberg Jesuitenkirche

Die Heidelberger Jesuitenkirche besitzt die größte Orgel der Region. 1,4 Millionen Euro hat das extravagante Instrument der Schweizer Manufaktur Kuhn gekostet, das seit 2009 auf der Empore über dem Eingang der barocken Hallenkirche thront. Jetzt soll die Kuhn-Orgel Gesellschaft bekommen: Das Erzbistum Freiburg hat die Planung einer zweiten Orgel für die Jesuitenkirche genehmigt.

Die zweite Orgel der Jesuitenkirche soll im Kirchenschiff stehen und etwa 300 000 Euro kosten. Die kleine Orgel werde vor allem für Chorkonzerte benötigt, erklärt Bezirkskantor Markus Uhl. „Kein Kantor der Welt kann gleichzeitig oben Orgel spielen und unten den Chor dirigieren.“

Die riesige Kuhn-Orgel lässt auf der Empore keinen Platz mehr für einen Chor

Uhl: „Kein Kantor kann zugleich oben Orgel spielen und unten den Chor dirigieren“

Das Problem war bekannt. Als sich die „Orgelbaukommission“ der Jesuitenkirche im November 2007 nach fast fünfzehnjähriger Diskussion endlich für die Kuhn-Orgel entschied, nahm sie damit zwei Wermutstropfen in Kauf: Die riesige Orgel verdeckt das Nordfenster der Jesuitenkirche. Und sie lässt auf der Empore keinen Platz für einen Chor. Er platziert sich seither unten im Schiff vor dem rechten Seitenaltar. Eine zweite Orgel in Sichtweite des Chors sei daher von Anfang an mitgeplant worden, sagt Markus Uhl. „Von jeder Pfeifenpatenschaft für die Kuhn-Orgel, wurde ein kleiner Prozentsatz für die Chororgel zurückgelegt.“

Rund 450000 Euro hat der Verkauf von Orgel-Patenschaften erbracht

3829 Pfeifen besitzt die Orgel der Jesuitenkirche. Die wertvollsten Pfeifen waren sofort weg: Manfred Lautenschläger, der MLP-Gründer, schnappte sich die glänzenden fünf Meter hohen Prinzipale, die ganz vorne im Hauptwerk stehen.

Die renommierte „Capella Palatina“ ist in der Jesuitenkirche zuhause.

Aber auch Manfred Lamy und Hans-Peter Wild sicherten sich rasch ihr Stück von der Orgel. Die winzigen Zimbeln zu 25 Euro das Stück waren ebenfalls sehr beliebt bei Sponsoren, die nicht so tief in die Tasche greifen wollten.

Rund 450000 Euro hat der Verkauf von Patenschaften 2009 erbracht. Selbst wenn 20 Prozent davon zurückgelegt wurden, reichte diese Summe noch lange nicht, um die neue Chororgel zu finanzieren. Ob das Erzbistum Freiburg einen Zuschuss gibt, scheint fraglich. Das Ordinariat hat schon bei der Genehmigung für die Planung einer zweiten Orgel in der Jesuitenkirche schwer getan. Die Zusage kam drei Jahre später als erwartet. Markus Uhl will darin kein Zeichen erkennen. „Jetzt konzipieren wir erst einmal eine gute Orgel. Dann sehen wir weiter.“

2 Gedanken zu „Noch eine Orgel für die Jesuitenkirche

  1. Eine Orgel für Chorkonzerte.
    Hat die Gemeinde der Jesuitenpfarrei keine anderen
    Probleme .In der heutigen Zeit da das Geld doch sehr knapp ist,
    sollten die Verantwortlichen darüber nachdenken,
    dass es nicht nur mit der Aschaffung dieses
    für mich überflüssigen Objektes getan ist.
    Sie müssen auch an die Folgekosten denken,
    Reparatur , Wartung etc. Was könnten die
    armen Menschen,in unserer übrigen Welt
    davon profitieren.Gerade in diesen Zeiten.
    Dafür ist aber meistens kein Geld da.
    Man kann nur hoffen ,das wenigstens Freiburg
    vernünftig reagiert und dieses überflüssige Objekt doch
    noch streicht.

  2. Schließe mich Andreas an. Viele Menschen leben leider in Armut und müssen flüchten. Eigentlich komisch wir leben doch in so einer Modernen Welt mit den besten Technologien. Da ist doch irgendwas faul.

    Lg Karin

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