Pfarrer Schleicher meldet sich zurück

Pfarrer Alexander Schleicher

Ein Jahr lang hatte sich Alexander Schleicher zurückgezogen, um in einem „schmerzhaften Erkenntnisprozess“ (Schleicher) seine Heidelberger Erfahrungen zu verarbeiten. Jetzt meldet sich der ehemalige Leiter der Seelsorgeeinheit Heidelberg-Neckartal zurück. Am 10. September 2012 tritt der 50-jährige katholische Pfarrer seine neue Stelle als Kooperator in der Seelsorgeeinheit Villingen im Dekanat Schwarzwald-Baar an.

In einer Grußbotschaft an seine neue Gemeinde schreibt Alexander Schleicher: „Mein Weihespruch ,Sie ließen alles zurück und folgten ihm nach‘ wurde noch einmal sehr konkret. Ich durfte erfahren was es heißt Arbeitsstelle, Hab und Gut, Beziehungen, Familie, Freunde zurückzulassen, um sich neu der Herausforderung ,Nachfolge‘ zu stellen.“

„Es gab Schwierigkeiten im Miteinander von Menschen“

Der Heidelberger Dekan Joachim Dauer

Das jähe Ende kam für Heidelbergs Katholiken völlig überraschend: Nach nur vier Jahren verabschiedete sich Alexander Schleicher im Juli 2011 aus der Neckarstadt, wo er eigentlich mit Dekan Joachim Dauer eine priesterliche Lebensgemeinschaft hatte aufbauen wollen. Dauer und Schleicher sind praktisch gleich alt und gehören der Fokolar-Bewegung an, die sich „gelebte Geschwisterlichkeit“ zur Aufgabe gemacht hat.

Unverheiratete Fokolare leben in einer Art Wohngemeinschaften zusammen und praktizieren Gütergemeinschaft wie die Urchristen. Gemeinsam wollten Alexander Schleicher und Joachim Dauer auch die Seelsorgeeinheit Neckartal leiten. „In solidum“ nennt die katholische Kirche dieses Modell der Führung im Team, das selten ausprobiert wird. In Heidelberg ist es gescheitert.

„Es gab Schwierigkeiten in der Leitungsverantwortung, im Miteinander von Menschen und in der Zusammenarbeit mit Pfarrer Joachim Dauer“, begründete Alexander Schleicher seinen Rückzug vor Jahresfrist. Er machte vor allem das „komplizierte“  hierarchische Gefüge für das Scheitern des Team-Modells verantwortlich: Einerseits sollten die beiden Pfarrer die Seelsorgeeinheit gemeinsam leiten; andererseits war Dauer als Dekan aber der Dienstvorgesetzte.

Ein Jahr verbrachte Pfarrer Schleicher auf einem Bauernhof im Schwarzwald

Ein Jahr Auszeit nahm sich Pfarrer Schleicher, um Heidelberg zu verarbeiten. Auf dem Jakobsweg pilgerte er von der Schweiz über Frankreich nach Santiago de Compostela und Fistera an der spanischen Atlantikküste. Die ersten Monate des Jahres 2012 verbrachte Alexander Schleicher in einem Kloster im Odenwald, danach lebte er bei Freunden auf einem Bauernhof im Schwarzwald. „Jetzt freue ich mich auf den Neuanfang in den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Villingen.“

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Dekan Dauer (l.) und Pfarrer Schleicher beim Gottedienst

Villingen ist mit 15000 Katholiken die größte Seelsorgeeinheit im Dekanat Schwarzwald-Baar. 2011 neu zugeschnitten, besteht die Seelsorgeeinheit jetzt aus fünf Pfarreien und wird geleitet von Dekan Josef Fischer, der zugleich  Pfarrer am Villinger Münster „Unsere Liebe Frau“ ist.

Pfarrer Alexander Schleicher soll sich als Kooperator besonders um die Pfarrgemeinde Bruder Klaus kümmern, die erst im letzten Jahr neu zur Seelsorgeeinheit hinzu kam. Die Pfarrei liegt in einem großen Neubaugebiet aus der Nachkriegszeit. Die Kirche und das Gemeindehaus – beides Betonbauten  – stammen aus dem Jahr 1964. Das Pfarrhaus stand viele Jahre leer. Jetzt zieht Alexander Schleicher ein.

2 Gedanken zu „Pfarrer Schleicher meldet sich zurück

  1. Halbwahrheiten – Schlechter journalistischer Stil
    Liebe Frau Deutsch,
    meine Bitte darüber informiert zu werden bevor Sie über mich schreiben, scheint bei Ihnen nicht angekommen zu sein oder wurde vermutlich eher wieder absichtlich mißachtet. Schade, aber eben auch typisch Deutsch – Weiter so. Manche Leser finden vielleicht ihre Freude daran. Schönen Gruß und weiterhin Gute Besserung. A.S.

  2. Sehr geehrte Frau Deutsch,
    ich komme Ihrem Wunsch entgegen, Sie im Rahmen eines Kommentares darauf hinzuweisen, dass Ihr Beitrag nicht nur Rechtschreibfehler enthält (das Wort Pfarrer schreibt sich mit drei „r“), meinen Namen unter dem Bild haben Sie verfälscht. Ich heiße nicht „Schlecher“.
    Darüber hinaus enthält der Artikel Unwahrheiten. Ich bitte Sie höflich um Korrektur.

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