Ein Wahrzeichen feiert Geburtstag

In seinen Träumen hatte sich Robert Schneider, der erste evangelische Pfarrer von Heidelberg-Neuenheim, sein Dorf wunderschön vorgestellt. Gebildet, leise, elegant und fromm. Doch als der Pfarrer zur Antrittspredigt auf die Kanzel der uralten Johanniskirche am Markt hinaufstieg, blickte er fast nur auf leere Bänke. Während von draußen der Lärm und die Tanzmusik der umliegenden Wirtshäuser herein schallte.

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Gott im Glashaus

Die Pfingstbergkirche steht unter Denkmalschutz. Und ist trotzdem gefährdet.

Es fühlt sich an, als säße man mitten im Wald. Auf einer durchsonnten Lichtung, umgeben von Farn und alten Kiefern. Gerade springt ein Eichhörnchen am Stamm hinauf, da intoniert die Orgel das nächste Lied. So geht Gottesdienst in der Mannheimer Pfingstbergkirche. Sie ist das einzige Gotteshaus der Welt, in dem alle Wände aus Glas sind.

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Wo der Geist wohnt

Ein Pfingstspaziergang durch die Heidelberger Heiliggeistkirche

Der alte Kurfürst stand regungslos am Fenster und machte sich Sorgen. Seiner Stadt fehlte ein Alleinstellungsmerkmal. Etwas, das Heidelberg von allen anderen Orten unterscheiden und Menschen anlocken würde. Doch was könnte das sein? Momentan bestand seine „Residenz“ nur aus Handwerkern, ein paar Klöstern und dem Kapellchen zum Heiligen Geist.

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Die Königin der Gassen

Erstmals gibt es einen „Heidelberger Madonnenführer“ als Büchlein

Samstag auf dem Heidelberger Kornmarkt. Der Frühling liegt schon in der Luft, und die Menschen posieren strahlend vor der Marienstatue, die den Platz beherrscht. Was ein ziemlich sinnloses Unterfangen ist. Die Madonna auf dem Kornmarkt nämlich steht so ungünstig, dass sie auf Fotos meist nur als schwarze Silhouette zu sehen ist. Vielleicht ist das ein Zeichen? Für die komplizierte Beziehung zwischen Heidelberg und seinen Madonnen.

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Ungebeugt – Abschied von Peter Schumann

Peter Schumann ist tot. Der bekannte Orgelvirtuose wurde 88 Jahre alt

Ruhiger ist er nie geworden. Leiser auch nicht. Nur ein bisschen nachdenklicher, vielleicht. „Tief drin im Menschen gibt es einen Kern, der ihn hält und der ihn trägt“, bemerkte Peter Schumann einmal. Um sofort schelmisch nachzuschieben: „Diesen Kern kriegt auch die Kirche nicht kaputt.“ Das Lebensthema des Peter Schumann.

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